Wie fühlt sich das Alter an?

25. Oktober 2017 vom CASA REHA Seniorenpflegeheim Am Klostergarten

Diese Frage stelle ich mir immer wieder – wie fühlt es sich an, alt zu sein? Natürlich sehe ich hier jeden Tag ältere oder auch alte Menschen. Manche leben bereits fast 100 Jahre. Doch was bedeutet das? Versteht ein alter Mensch die Welt von heute noch? Wie fühlt sich der Körper an? Kann man tatsächlich noch im Geist jung bleiben, auch wenn der Körper alt ist? Reicht es aus zu sagen, man wird vergesslicher oder etwas unsicher im Gehen?

Laut Wikipedia versteht man unter dem Alter den Lebensabschnitt rund um die mittlere Lebenserwartung des Menschen, also das Lebensalter zwischen dem mittleren Erwachsenenalter und dem Tod.  Das Altern in diesem Lebensabschnitt ist meist mit einem Nachlassen der Aktivität und einem allgemeinen körperlichen Niedergang verbunden. Das, so sagt Wikipedia, wird in allen Gesellschaften so gesehen. Doch in den verschiedenen Kulturen und Religionen ist das Bild des Alters sehr unterschiedlich. Ich glaube, das Bild in unseren Breitengraden ist eher ein wenig belastet, denn im Alter sind wir nicht mehr so leistungsfähig und damit nicht mehr ein funktionierendes Glied in unserer Gesellschaft. Doch hier im Seniorenheim erlebe ich immer wieder, dass es vor allem darauf ankommt, ob ein Mensch für andere Menschen noch wichtig, unersetzlich und liebenswert bleibt. Dann scheint sich das Altwerden anders anzufühlen, als wenn ein alter Mensch alleine im Altenheim „zurückbleibt“.

Ist es vielleicht so, dass wir dann auch bereit sind, alt zu sein, wenn unser Erfahrungsschatz, unsere Lebensweisheit und unser Wesen wertgeschätzt werden? Wenn ein älterer Mensch sein Wissen an die nächste Generation weitergeben kann? Es ist ein schwieriges Thema, um das ich als wesentlich jüngerer Mensch nur kreisen kann. Eins ist für mich jedoch immer wieder schön zu erleben: Gleichgültig welches Alter wir haben, wenn wir unsere Herzen sprechen lassen, treten alle anderen Dinge wie Leistung, körperliche Fitness und zu einem gewissen Teil auch die geistige Unversehrtheit in den Hintergrund. Denn wie sagt doch der Kleine Prinz: Man sieht nur mit dem Herzen gut.