Veränderungen

18. August 2017 vom CASA REHA Seniorenpflegeheim Am Klostergarten

Fast täglich  werden wir mit den Geschichten konfrontiert, die die Menschen ins Seniorenheim gebracht haben. Manche Bewohner erzählen sie immer und immer wieder. Da ist die eine Bewohnerin, die nach über 60 Jahren Ehe ihren Mann und dann ihre Gesundheit verloren hat und daher ins Heim musste. Da ist eine andere Bewohnerin, die der festen Überzeugung ist, sie sei nur deswegen im Heim, weil ihre Familie sie nicht nur im Stich gelassen, sondern auch noch finanziell betrogen habe. Aber es gibt auch diejenigen, die aus freiem Willen heraus, ohne dass die Umstände es schon erforderten, ins Heim gekommen sind. Die Varianten sind so vielfältig wie die Menschen, die hier wohnen.

Doch bei allen wird deutlich: Es war oder ist eine große Veränderung in ihrem Leben und nichts ist mehr so wie früher.

Ohne Veränderungen könnten wir nicht leben. Und indem wir leben, sind wir selbst der dauerhaften Veränderung unterworfen. Und das ist ja auch gut so, denn wir würden nicht diese vielen wunderbaren Erfahrungen des Heranwachsens, der Entscheidungen, der Verantwortung in unserem Leben haben, wenn es keine Entwicklung, keine Veränderung gäbe. Warum also tun wir uns gleichzeitig so schwer mit Veränderungen? „Gerade weil Veränderungen allgegenwärtig sind, sehnen wir Menschen uns nach Stabilität und Dauerhaftigkeit. Um diese zu erreichen, müssen wir uns oft verändern.“ Diesen Satz habe ich im Internet gefunden. Klingt ein wenig wie die Quadratur des Kreises. Albert Schweitzer hat gesagt: „Die größte Entscheidung deines Lebens liegt darin, dass du dein Leben ändern kannst, indem du deine Geisteshaltung änderst.“ Das wiederum klingt recht einfach. Doch wenn ich die Bewohner anhöre und erlebe, dann wird deutlich, dass diese Veränderung „Seniorenheim“ ein sehr großer Schritt ist. Es ist an uns zu respektieren, welch große Anstrengung und Herausforderung dieser Schritt für jeden einzelnen Menschen bedeutet, und anzuerkennen, dass jeder Mensch unterschiedlich damit umgeht. Wer weiß, wie wir am Ende unseres Lebens mit diesem Thema umgehen…

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!