Die Autobahnen im Gehirn verlassen

17. August 2017 vom CASA REHA Seniorenpflegeheim Am Klostergarten

Ich weiß ein Rätsel,
das kein Mensch ergründet
und dessen Aufschluss nie der Weise findet,
studiert er auch ein ganzes Leben aus;
und doch bringt jede Hebamm‘ es heraus.

Na, erraten Sie, was hier gemeint ist? Ich wäre selbst nicht drauf gekommen. Doch unsere Bewohner waren richtig fit beim Raten und haben so manches Rätsel gelöst.

Wir saßen gemütlich zusammen draußen im Garten mit einer leckeren Eisschokolade vor uns und strengten unsere Gehirnzellen bei den diversen Rätseln und teils auch philosophischen Fragen an. Ein schöner Strauß aus Wildblumen und hübsche Servierten rundeten das Bild ab.

Neben richtigen Rätseln gab es auch Denksportaufgaben oder  Fragen wie: Welche Persönlichkeit würden Sie gerne treffen – gleichgültig ob noch lebend oder schon gestorben? Einige Antworten waren Adenauer, Andy Borg oder Papst Benedikt. Ein Teilnehmer meinte, er würde gerne seinen Vater wieder treffen. Und dabei traten ihm die Tränen in die Augen. Wir alle waren sehr berührt von seiner Antwort und eine Bewohnerin korrigierte sich daraufhin und meinte nachdenklich, dass sie auch gerne ihre Mutter sehen würde.

Bei der Frage, welches Tier man gerne mal seien wolle, war von Ziege über Hund bis Löwe alles dabei. Und mir, die ich gerne ein Adler sein wollte, wurde sofort von dem imaginären Löwen neben mir angedroht, dass ich gefressen werde, sollte ich auf die Erde niederkommen. Ja, es war eine lustige Runde und wir haben sie alle genossen.

Am Ende meinte ein Bewohner: Es tut gut, mal nicht im „normalen Denken“ zu bleiben, sondern seinen Kopf anstrengen zu müssen. Wir hatten die Autobahnen unseres Gehirns verlassen und waren auf Seitenwege abgebogen. Das macht nicht nur Spaß, es bringt auch ein Stück Lebendigkeit wieder zurück.

Und falls Sie nicht herausgefunden haben sollten, was mit dem Eingangsrätsel gemeint ist, so will ich Sie nicht länger auf die Folter spannen. Die Lösung ist: der Mensch.